Freitag, 19. April 2013

Frühling, Sonne, Lust auf draußen... kein Problem...


Das Frühlingsfeeling ist zurück, die Hoffnung auf Sonne uns angenehme Wärme lässt auch wieder die Lust auf draußen aufkommen. Was also fängt man mit den Wochenenden oder auch freien Tagen an? Hier ein paar kleine, vielleicht wertvolle Tipps.

Das Highlight ist nach wie vor die Zeche Zollverein, das Welterbe, das trutzig in Essen-Katernberg steht. Es ist zwar drinnen, aber einen Besuch des Ruhrmuseums  sollte man sich nicht entgehen lassen. Schon die Fahrt mit einer der längsten Rolltreppen weit und breit ist ungewöhnlich.Jetzt hat die Ausstellung Kohle Global (15. April bis 24. November 2013) eröffnet. www.ruhrmuseum.de

Aber es macht auch durchaus Spaß rund um Schacht XII und die Kokerei ausgedehnt spazieren zu gehen.

Einen Besuch wert ist die Erlebniswelt ZOOM in Gelsenkirchen Bismarck (www.zoom-gelsenkirchen.de)Afrika, Asien und Europa sind dort als Landschaft und Lebensraum für die Tiere Vorbild. Ein Zoogenuss der besten Art. Achtung! Mit ADAC-Mitgliedskarte gibt es Rabatte auf den Eintrittspreis. 
Einen Nachmittag oder mehr ist auch der Landschaftspark Duisburg Nord wert, Industriekultur mit wieder erstandener Natur, das ist eine interessante Zusammenstellung, die beim Gang über das weitläufige Gelände immer neue Facetten eröffnet. Für Freunde des Kletterns gibt es dort reichlich Gelegenheit. Aber nicht vergessen eine Person zum Sichern mitzubringen. Zu bestimmten Zeiten ist auch das Tauchen in einem der alten Kühltürme möglich.

Ein Hinweis ist unbedingt noch erforderlich. Die vielfältige Haldenlandschaft des Ruhrgebiets mit Ihren Landmarken sind ein weiteres Erlebnis, das man sich nicht entgehen lassen sollte. Der weite Blick über das Ruhrgebiet entschädigt für manchen Kraftakt beim Besteigen der Halden. Die Internetseite http://www.metropoleruhr.de/seitensuche.html?q=Halden&searchsubmitmeta=Suchen informiert bestens mit den wichtigsten Angaben und Events.
Und noch ein Tipp zum Niederrhein

NaturForum Bislicher Insel am Niederrhein
In Sichtweite zum Xantener Dom ist die Wildnis zu neuem Leben erwacht. Diese Wildnis - die Bislicher Insel - ist eine der größten naturnahen Auenlandschaften am Unteren Niederrhein. Die Auenlandschaft ist ein beeindruckender Naturraum und ein überregional bedeutsames Vogelschutzgebiet. Mehr dazu auf der Internetseite der Metropole Ruhr.

Donnerstag, 4. April 2013

Überrei(t)zt!

Der Chefredakteur der WAZ gratuliert seinen Redaktionen öffentlich zum Geburtstag des Blattes. Er tut dies in einer Sonderbeilage, die in mehreren 100.000 Ausgaben drinsteckt und im Netz, wo Millionen Interessenten Zugriff haben.
Mit seiner Geschichte, mit deren Thema und dem Inhalt hat sich Ulrich Reitz wohl ein klassisches Eigentor geschossen. Ein Klassenlehrer würde seinen Schülern in einem solchen Fall "Thema verfehlt" bescheinigen.

Der Chef aller WAZ-Redaktionen, deren Mitarbeiter momentan eher mit Kündigungen als mit Lob aus der Chefetage rechnen, möchte seinen Leserinnen und Lesern erklären, wie eine Story entsteht. Eine große Geschichte muss das sein und eine, die vor Vitalität nur so strotzt. Das Blatt wird schließlich 65 und Rentner sind heute auch vital. Und Vergangenheit und Zukunft müssen verbunden werden, sinnvoll versteht sich. Ach ja, ein Nutzen für die Leser, der sollte als Ergebnis am Ende auch vorhanden sein.

Die WAZ ist ein Blatt des Ruhrgebiets, kommt tief aus dem Westen. Was läge da näher, als im Bereich des Bergbaus nach Themen zu suchen. Das Rei(t)z-Thema ist leicht gefunden: Sollen die Redakteure doch einmal herausfinden, welche Häuser und Grundstücke im Revier in welchen Straßen wie gefährdet sind durch den Bergbau der jüngeren Vergangenheit.

In seinem Beitrag an die "lieben Leserinnen und Leser" erklärt der Chef der WAZ viel über "Big Data". "Redakteure können sich die Messdaten aller Flüsse in Nordrhein-Westfalen beschaffen. Sie können es jedenfalls versuchen", schreibt Reitz. Dass die Redaktion im Übrigen klagt, wenn die Behörde die Daten nicht herausrücken will, auch klar: "Wenn die Behörde sagt, uns doch egal, wird sie eben verklagt", verkündet Reitz. Das ist ein Einblick in die Radaktionsarbeit!
Wie er nun an das Thema seiner so interessanten, jeden betreffenden und jedem nutzenden Story gekommen ist, bleibt völlig offen. Die Gedankenschritte dorthin werden nur unzureichend deutlich.

Ich hätte mir zum Beispiel als Thema vorstellen können, warum die RAG nicht mehr für Schäden aufkommen will, die sie in den letzten 100 Jahren im Ruhrgebiet verursacht hat. Warum Hausbesitzer plötzlich kein Geld mehr für Schäden an Ihren Häusern erhalten sollen, die durch Bergschäden entstanden sind. Warum Bergschäden plötzlich keine Bergschäden mehr sind.

Aber dabei müsste die Redaktion ja einem kongenialen Geldvermehrungspartner gegen das Knie treten. Die unangenehmen Fragen würden auf den Chefredakteur und dann auf die Geschäftsleitung zurückfallen. Das passt wohl einigen nicht.

Im gleichen Atemzug werden in der Fußnote zum Artikel ganz offen Vorschläge aus der Redaktion als nicht brauchbar dargestellt. Herr Reitz meint dort, dass man über Facebook wohl auch noch zum 70. Geburtstag schreiben könne. Er verhöhnt seine Untergebenen, wenn er zum  Beispiel das Thema Unabhängigkeit der Redaktion mit einem Wisch in den Papierkorb befördert.

Insgesamt ist das ganze ein ganz schlapper Auftritt des WAZ-Chefredakteurs. Die Redakteure aus den Fachbereichen haben dagegen die restlichen Seiten der Beilage für interessante, dem Anlass angemessenen Geschichten genutzt.